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Bundesverband
Spannbeton-Fertigdecken
e.V.
Schloßallee 10
53179 Bonn
Tel +49 228/ 9 54 56 66
Fax +49 228/ 9 54 56 90
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Montage

Einleitung
 
Diese Anleitung ist für alle diejenigen bestimmt, die sich mit der Verarbeitung der Spannbeton-Fertigdecken beschäftigen.
Projektleiter
Arbeitsvorbereiter
Poliere
Montagemitarbeiter

Allgemein
 
Die Entwurfsauflagerlänge der Spannbeton-Fertigdecken wird durch die in der DIN 1045 genannten Mindestauflagerlängen und unserer Zulassung bestimmt. Auf der Baustelle sollten mindestens folgende Werte eingehalten werden.

  • 100 mm auf Mauerwerk
  • 50 mm auf Stahlbeton und Stahl
  • min. 0,008 x Stützweite


Der jeweils größte Wert ist maßgebend. Die Auflagerflächen für die Elemente müssen planeben sein oder vor der Montage durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen werden. Falls Auflagerstreifen verwendet werden müssen, ist dies im Verlegeplan angegeben. Falls keine anderen Angaben zur Lage der Auflagerstreifen gemacht werden, liegen diese ca. 1 cm von der Innenkante des Auflagers entfernt.

Nichttragende Wände sollten mindestens 5 mm niedriger als das Auflager ausgeführt werden.

Tragkonstruktion
 
Die Montage der Beton- oder Stahlkonstruktion erfolgt geschossweise. Sie wird mit Hilfe von verstellbaren Streben, die an den Stützen oder Wänden verschraubt und auf der Decke verdübelt sind, ausgerichtet. Nach dem Ausbetonieren der Fugen und Ringankerbereiche werden die Streben auf das nächste Geschoss versetzt.
Falls asymmetrisch belastete Träger während der Montage torsionsgefährdet sind, müssen diese unterstützt werden. Angaben, welche Träger während der Montage unterstützt werden müssen, macht der Hauptstatiker.

Toleranzen
 
Bei der Detailplanung sind folgende, produkttechnische Maßtoleranzen zu beachten.
Durch die Vorspannung kann eine Überhöhung (Stich) der Elemente auftreten. Das Maß der Überhöhung ist abhängig von der Vorspannung (dem Bewehrungsgehalt), dem Kriechen und Schwinden des Betons, sowie dem Querschnitt und der Länge der Elemente.
Als Leitlinie für den Entwurf können für den Mittelwert der Überhöhung bei der Montage, die im Kapitel technische Informationen „Toleranzen“ aufgeführten Werte in Ansatz gebracht werden. Das Stichmaß ist nicht nur für die Bestimmung der Estrichstärke wichtig, sondern auch für die Detaillierung der End- und Seitenauflager der Elemente sowie die Lage der Entwässerung bei Dachdecken.
Bei Dachdecken muss die Oberseite der Elemente ggf. mit einer Ausgleichsschicht egalisiert werden. Dies gilt auch für Decken, bei denen vorhandene Toleranzen nicht durch den eigentlichen Aufbau ausgeglichen werden können.

Anlieferung und Lagerung
 
Die Anlieferung der Elemente erfolgt mit 40-t-LKW mit einem Wendekreis von 24 m. Je nach Deckentyp können die LKW Elemente bis 9 m Länge selbst abladen. Dies ermöglicht, dass die Lieferung bereits am Vortag der Montage der Decke erfolgen kann. Die Baustelle braucht in diesem Fall nur eine geeignete ebene und tragfähige Lagerfläche (auch bei Frost) in Krannähe und pro Elementstapel zwei separate Kanthölzer als Unterlegbalken vorzubereiten. Die Montage kann so an den Bauablauf optimal angepasst werden und ist von eventuellen Verzögerungen des Transportes unabhängig.

Unterlegbalken und von uns mitgelieferte Stapelhölzer müssen immer im Deckenstapel übereinander liegen. Elemente, die aufgrund ihrer Länge oder ihres Gewichtes nicht selbst entladen werden können, werden direkt vom LKW aus montiert. Dazu wird eine Anlieferung "Just-in-Time“ abgesprochen.
Eine sehr gute Vorplanung der Anlieferung sowie der Montagezeiten ist Voraussetzung einer jeden Lieferung. Die Verlegezange kommt dann mit dem ersten LKW und steht Ihnen zur Verfügung, bis alle Elemente montiert sind.

Technische Berater unterstützen Sie gerne bei Ihrem Bauvorhaben.

Wärmegedämmte Elemente werden ohne Unterlegbalken direkt auf dem ebenen Untergrund abgelegt.

Allgemein
 
Kontrollieren Sie bitte bei der Lieferung der Elemente, ob
- die Lieferung dem Abruf entspricht
- die Kennzeichnung der Elemente stimmt
- Transportschäden an den Elementen sichtbar sind.
Kleinere Beschädigungen können transportbedingt nicht immer ausgeschlossen werden und stellen daher keinen Mangel dar. Eventuelle Unklarheiten bitten wir Sie umgehend zu melden, da sonst unnötige Wartezeiten bei der Montage entstehen können.
Die Gewichte der Elemente sind auf der Verlegezeichnung angegeben. Beachten Sie bitte bei der Dimensionierung des benötigten Krans das Gewicht der Montagezange und den möglichen Feuchtigkeitsgehalt der Elemente, der ein zusätzliches Gewicht von bis zu 10% des auf dem Verlegeplan angegebenen Gewichts ausmachen kann.

Hebewerkzeuge / Allgemein
 
Kontrollieren Sie immer vor Gebrauch der Montagezange deren Zustand und ihre Funktionstüchtigkeit sowie die Angaben auf der Zange, wie maximale Tragfähigkeit, Eigengewicht und das Datum der letzten Prüfung.

Montagezange
 
Bitte folgen Sie den Anweisungen auf der Zange, um die Elemente sicher zu heben.

Montage
 
Für eine erfolgreiche Montage sind folgende allgemeine Punkte zu beachten:
- Alle mit der Montage Beschäftigen sollten zwingend mit
  dieser Anweisung und der Verlegereihenfolge vertraut sein.
- Maßverteilung der Elemente vom Verlegeplan auf das
  Auflager als Kontrolle / Hilfsmittel übertragen.
- Das Auflager muss flach, eben und sauber sein.
- Achten Sie besonders auf tragfähige Auflagermöglichkeiten
  über Öffnungen.
- Wenn in der Zeichnung angegeben, Auflagerstreifen
  verlegen.
- In Längsrichtung der Elemente keine Auflagerstreifen
  verlegen.
- Verschlusskappen in die Hohlkammern einsetzen.
- Prüfen, ob die Tragkonstruktion auch schon während der
  Montage ausreichend stabil ist.
- Anbringen der Sicherheitseinrichtungen – Öffnungen
  überdecken; persönliche Absturzsicherungen etc.
- Als zusätzliche Schutzvorrichtung ist eine Absturzsicherung
  entwickelt worden, um sich auf den Elementen während
  der Montage anzuseilen. Informationen über diese
  Absturzsicherung können Sie durch den technischen
  Berater erhalten.
- Platzieren Sie die Zange über dem Schwerpunkt des
  Elementes und stellen Sie sicher, dass die Backen der
  Zange nicht über das Element hinausragen.
- Kontrollieren Sie vor dem Anheben des Elementes, ob die
  Klemmbacken gerade sitzen und gut in die Nut greifen.
- Legen Sie den Hebel um.
- Legen Sie die Ausfallsicherung (Kette) um das Element.
  Die Benutzung dieser Sicherung ist nach den
  UVV vorgeschrieben.
- Das Element mit geringer Anfangsgeschwindigkeit anheben
  und ohne ruckartige Bewegungen ziehen.
- Die Elemente werden ohne weitere Unterstützung trocken
  auf das tragfähige Auflager gelegt.
- Nach Verlegung des Elementes die Zange lösen und
  vorsichtig aus der Fuge ziehen.
- Nach oder während der Montage die Längsseite der
  Elemente an den Giebelwänden kraftschlüssig unterfüttern,
  da sich dort aufgrund des Stichs ein Spalt bildet.
- Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass die Elemente exakt
  nach dem Verlegeplan verlegt werden. Aussparungen
  können als Hilfe dienen. Die richtige Nummerierung der
  Elemente ist besonders wichtig, da nur so gewährleistet ist,
  dass die notwendige Bewehrung in einem Element an der
  richtigen Stelle liegt.

Vor dem Verguss
 
Nach der Montage ist es wichtig, die Decke von unten zu betrachten.
- Sind alle Elemente entsprechend dem Verlegeplan montiert?
- Gibt es Höhenunterschiede im Auflager oder zwischen den
  Elementen? Durch Stellen einer Stütze oder eines Joches
  können solche Unterschiede ausgeglichen werden.
- Bei Passelementen eventuell eine Dreikantleiste unten in
  der Fuge der Raunaht mit einschalen (bauseitige Leistung).
- Wechseleisen ausrichten (auf die Überhöhung achten).
- Randschalung anbringen und ggf. Ortbetonstreifen im
  Deckenfeld einschalen (bauseitige Leistung).
- Ringanker- und Fugenbewehrung einlegen.
- Fugen und andere Ortbetonstreifen vornässen.
- Fugenbeton in der richtigen Festigkeitsklasse,
  Korngröße und Konsistenz einbringen, so dass er nicht
  durch die Fugen tropft.
- Fugen bis Oberkante füllen.
- Bei niedrigen Temperaturen ist die Erhärtungszeit länger.
  Bei Frost besondere Maßnahmen beachten.
- Betonsickerungen an der Unterseite vor dem Aushärten
  entfernen.
- Kontrolle und ggf. öffnen der Entwässerungslöcher an der
  Unterseite. Eingelaufenes Wasser soll hier austreten können,
  um den Trocknungsprozess nicht zu behindern und bei Frost
  keinen Schaden zu verursachen.
- Während der Bauphase die angegebenen Belastungen
  nicht überschreiten.
  Im Zweifelsfall immer ein Joch verwenden.
- Zusätzlich notwendige Aussparungen mit dem technischen
   Büro oder einem technischen Berater abklären, bevor sie
  erstellt werden.
- Bei zu erwartendem Sturm sind die gemauerten Wände
  und Giebel rechtzeitig zu verstreben, um eine Beschädigung
  der Decke zu vermeiden.

Vergussbeton
 
Wenn vom Statiker nichts anderes vorgegeben: C 20/25 Korngröße 0/8.

Bedarf

Deckendicke

15

20

32

40

Liter pro Meter

5,7

7,3

11,9

14,7

 

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